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Aus der Gemeinde

Dienstag, 26. November 2019

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 „Josephus Gallmayer-Bank“ von Willi Hengge

Josephus Gallmayer geb. 1716 in Neuessing war ein genialer Erfinder und Tüftler. Als armer Bub eines Flickschusters brachte er es bis zum Hofmechanikus des Kurfürsten Max Josef III in München.

Er schnitzte in früher Jugend Holzfiguren, fand dann in München Gelegenheit seine eminenten Anlagen zur Mechanik und den ihr verwandten Künsten zu entwickeln.

Gallermayer's erstes Werk war 1744 eine künstliche Uhr aus Holz, mit Planeten und beweglichen Figuren, dann machte er geigende und tanzende Automaten, 1748 einen „Globus coelestis“, 1750 einen springenden singenden Kanarienvogel, dann 1751 als Gegenstück zu Vaucanson's Ente einen gleichfalls Proben seiner Verdauung gebenden und bellenden Mops. Außer verschiedenen Kästen mit kunstreichen Schubladen fertigte Gallmayer 1763 eine aus Holz gedrehte mit Messing überzogene „Feldschlange“, welche mit „Wind und eisernen Kardätschenkugeln geladen“ auf große Entfernung noch dicke Eichenbretter durchschlug. Ferner eine Säh- und Baumaschine, einen von selbst fahrenden Wagen, außerdem lieferte er künstliche Glieder für Amputierte und erfand eine Menge anderer Maschinen für Trockenlegung von Sümpfen und Mooren. Ein Verzeichnis seiner Werke, welchen der bescheidene Mann nicht einmal seinen Namen beigesetzt hat, befindet sich im Münchener Intelligenzblatt 1779. S. 273 ff. Gallmayer arbeitete auch an einer Flugmaschine. In Uhrmacherkreisen genoss er hohes Ansehen.  In München wurde 1898 eine Straße nach ihm benannt.

Bei der Bank steht die römische Zwölf stellvertretend für die Uhr. Der Edelstahlring zeigt sowohl das Runde eines Ziffernblattes wie auch im Ansatz die Unruh als Herz eines Uhrwerks. Gallmayer musste durch die Ständeordnung im Verborgenen bleiben (lebte Anfangs als „Krattler“ vor den Toren der Stadt), für sein Können und seine Fertigkeiten hat der Künstler Willi Hengge Arme und Hände in den Mittelpunkt gestellt.

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